Einer unserer Helfer vor Ort:

Gilbert

Wir lernten Gilbert am Strand von Mombasa kennen. Bei dieser ersten Begegnung fiel uns gleich auf, dass Gilbert anders war als die sonst sehr aufdringlichen Strandverkäufer. Er war eher zurückhaltend und akzeptierte, dass wir ihm nicht gleich etwas abkaufen wollten. Wir konnten uns auf Anhieb verständigen, da er über sehr gute Deutschkenntnisse verfügte. Bei unserem Gespräch erzählte er uns, dass er am Goethe- Institut in Mombasa Deutsch- Kurse besucht hat. Uns beeindruckte, dass er schon in jungen Jahren in seine Zukunft investierte, obwohl er „nur“ eine staatliche Schule besucht hatte und auf keine weiterführende Schule gehen konnte, da sich seine Familie (mit 11 Geschwistern) dies nie hätte leisten können. Im Gegensatz zu den Strandverkäufern, die zum Teil drogenabhängig und alkoholsüchtig sind, fiel uns Gilbert mit seiner offenen und freundlichen Art auf und uns beeindruckte, wie er sein Leben selbst in die Hand nimmt, um auch seinem Sohn ein gutes Leben zu ermöglichen. Wir trafen Gilbert von nun an fast täglich am Strand und hatten das Glück, viele gute und intensive Gespräche mit ihm führen zu können. Dabei erfuhren wir z. B. auch, dass er im Hochland von Mombasa lebt und dort mit seiner Familie (Frau und Sohn Damian, 2 Jahre alt) eine kleine Farm betreibt. Er hatte schon als Junge die Vision, einmal eine eigene Farm mit Tieren und Garten zu haben. Dass er dies auch verwirklichen möchte (die Farm besteht bereits, er hatte schon das Gelände um seine Hütte herum begehbar gemacht und Pflanzen und Bäume gepflanzt, nur die Tieren fehlten ihm noch) fanden wir so großartig, dass wir ihm als kleine Starthilfe 2 Ziegen und 5 Hühner kauften und somit Hilfe zur Selbsthilfe leisteten, was uns sehr wichtig ist. Gerade auch junge Familien zu unterstützen liegt uns sehr am Herzen. 
Wieder daheim in der Schweiz, erzählten wir diese Geschichte unseren Freunden, die davon so berührt waren, dass sie sich entschieden, eine Patenschaft für Damian zu übernehmen. Lustigerweise hatte uns genau diese Familie kurz vor unserer Abreise nach Kenia noch einen kleinen grünen Pullover zugesteckt mit den Worten:“ Den müsst ihr unbedingt noch mitnehmen! Für den Pullover findet ihr schon jemanden!“ Wir steckten ihn uns noch in die letzte freie Jackentasche (jeder Platz, sogar am eigenen Leib, war schon 100%ig ausgenutzt, um so viele Hilfsgüter wie möglich mitnehmen zu können). Schließlich kam es so, dass dieser kleine Pullover genau Gilberts Sohn Damian passte und er diesen glücklich in Empfang nahm. Noch in Kenia bekamen wir von Gilbert ein Foto zugeschickt, auf dem Damian in dem grünen Pullover zu sehen war. Es kam sogar noch dazu, dass wir Gilbert zu Hause besuchten und seine Familie kennenlernen konnten. 
Wir freuen uns sehr, dass wir diese Familie unterstützen können, indem er für uns als Übersetzer arbeitet.

Der kleine Damian 2018